Warum bin ich in einem Corps?

Die Mitgliedschaft in einem Corps birgt weit mehr Vorteile als nach außen hin darstellbar sind. So ist es jungen Studenten und auch der Öffentlichkeit schwer zu vermitteln, welche immateriellen Vorteile das "Aktivsein" beinhaltet.

Der Begriff Freundschaft auf Lebenszeit ist zum Beispiel weit mehr als eine Worthülse. Doch das bemerkt man erst nach einigen Jahren, wenn man immer noch in bestem Kontakt zu seinen Conaktiven steht und das Corpshaus als zentrale Anlaufstelle dient.

Auch spielt das Alter in einer Verbindung keine Rolle. Den normalen Studenten im siebten Semester wird eher selten eine Freundschaft mit einem Erstsemester verbinden, er wird wohl sagen: "Pah diese Kinder, diese Anfänger". Oder der Maschinenbauer wird den BWLer eher von oben herab anschauen. Der ständige Kontakt zu den eigenen Kommilitonen, der im übrigen meist nach dem Studium abreißt, lässt den Studenten nicht über den Tellerrand hinausblicken.

Der Corpsstudent setzt sich über diese Barrieren hinweg. Nun kann man sagen, dass ist in anderen Organisationen wie AIESEC o.ä. auch so, doch der Unterschied dazu ist, dass das Corps keine Vereinigung ist, die zum Ziel hat, mit äußersten Willen beruflichen Erfolg zu haben. Die Studenten der AIESEC, die ich sehr schätze, haben sich zu einer Zweckgemeinschaft zusammengeschlossen, nämlich durch Kontakte und Praktika schnell zu studieren und Erfolg zu haben. In einem Corps wird man aktiv, weil man Spaß haben will, mit Freunden gemeinsam einen Teil seiner Freizeit gestalten will. Den karrierefördernden Aspekt nimmt man eher im Unterbewusstsein oder rückblickend wahr durch die eigene Entwicklung, die man in der Verbindung durchgemacht hat. Man organisiert sich selbst, lernt Zeitmanagement, lernt zu organisieren, verliert Hemmschwellen mit älteren gestandenen Persönlichkeiten natürlich umzugehen und vieles mehr. Und das alles in einer angenehmen ungezwungenen Atmosphäre mit viel Spaß. So sind die Geschichten eines 90-jährigen Corpsbruders nicht nur amüsant, sondern in vielen Fällen profitiert man auch von seinen Erfahrungen. Wo gibt es solche Begegnungen der Generationen noch außer vielleicht mit den eigenen Großeltern?

Ich habe hier nur einen von vielen Aspekten aufgezeigt und den auch nur kurz. Es ist wie gesagt schwer alle Aspekte zu vermitteln, vor allem in der Schriftform. Mir wurden die Vorteile des Aktivseins auch erst nach Beendigung meines Studiums im vollen Ausmaße bewusst als ich zurückschaute auf die tolle Zeit, die ich hatte und die gelebten Freundschaften, die ich heute besitze.  Ich kann daher nur jedem raten, sich Verbindungen einmal näher anzuschauen und den Schritt zu wagen aktiv zu werden. Sollte es einem wider Erwarten nicht gefallen, kann man ja immer noch austreten. Wobei man schon sagen kann, dass Verbindungen nicht für jedermann das richtige sind. Corpsstudenten sind offene, ehrliche und fröhliche Menschen die sich kommunikativ mit ihrer Umwelt auseinandersetzen und absolute Teamplayer sind. Daß dabei auch Traditionen gepflegt werden ist in unserer schnelllebigen Zeit sicher kein Nachteil.

Mit corpsstudentischen Grüßen

Stefan Scheuerle

[ Warum bin ich in einem Corps? ] Corpsleben ]

 

 
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Corps Teutonia Stuttgart
03.03.2009
 
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