Was ist eine Kneipe?

Für jemanden, der noch nie einer Kneipe beiwohnen durfte und das erste Mal in den Genuß einer stilvollen Kneipe kommt, dem wird es natürlich etwas fremd und neuartig vorkommen. Dabei ist eine Kneipe ein ganzer alter Hut.

Schon im 19. Jahrhundert trafen sich Verbindungsstudenten, damals noch wöchentlich, zu einer feuchtfröhlichen Zusammenkunft in einer Kneipe. Dort wurden Studentenlieder gesungen, Bier getrunken, Reden gehalten und wertvolle und manchmal auch unnütze Gespräche geführt.

Gegen Ende des Jahrhunderts bezogen die ersten Verbindungen Ihre eigenen Häuser, so daß es nicht mehr nötig war, sich in einer bestimmten Kneipe zu treffen. Jedoch setzte man die Tradition des wöchentlichen Zusammensitzens fort und gab dieser Versammlung fortan den Namen Kneipe.

Sinn und Zweck der Kneipe war es, den Rahmen zu schaffen, um sich untereinander austauschen zu können, sich im freien Reden und der Rhetorik zu üben und zu lernen sich, auch unter erhöhtem Alkoholkonsum, einwandfrei zu benehmen und Konversation zu pflegen. Dabei entwickelten sich Normen und Regeln, die es einzuhalten galt, so z.B. der Biercomment, der den Biergenuß in geordnete Bahnen lenkte, oder die Kneipführung, die der Senior inne hat.

Bis heute hat sich daran nichts geändert, bis auf die Tatsache, daß man heute nur noch 2-3 Kneipe im Semester abhält (man sagt auch eine Kneipe schlagen).In der Regeln sind das die Antrittskneipe zu Beginn des Semesters, die Abschlußkneipe am Ende des Semesters und entweder eine Weihnachtskneipe oder ein Stiftungsfestkommers. Dazu gibt es natürlich noch weitere mögliche Anlässe für eine Kneipe: Fechterkneipen nach Pauktagen, Diplomkneipen anläßlich eines bestandenen Diploms, Promotionskneipe für die Erlangung der Doktorwürde, Weinkneipen mit Damen, usw.

Der Kommers ist die höchst offizielle und feierliche Form einer Kneipe. Der typische Ablauf einer Kneipe könnte wiefolgt aussehen:

Der Senior eröffnet die Kneipe mit seinen beiden Conchargierten, die neben ihm sitzen. Ihm gegenüber auf der anderen Saalseite sitzt der Fuchsmajor mit den Füchsen. Die Reihen dazwischen sind mit der sogenannten Corona gefüllt.

Nach der Eröffnung gibt der Senior das Silentium wieder ab und alle fangen wieder an sich rege zu unterhalten. Nach einer Weile reißt der Senior das Wort wieder an sich und kündigt das erste Lied des Abends an. Man singt zusammen und wendet sich im Anschluß an das Lied wieder den Gesprächen zu.

Als nächstes begrüßt der Senior (wieder im Silentium) einzeln die Gäste. Meist gefolgt von einem weiteren Lied.

In der Folge wechseln sich ein paar Lieder und Gespräche ab, bis der Senior an der Reihe ist, seine Kneiprede zu halten. Diese kann humorvoll, ernst, informativ, anregend oder nachdenklich stimmend sein, ganz nach der Intention des Seniors.

Nach weiteren Liedern, Gesprächen und Gastreden beendet der Senior den offiziellen Teil der Kneipe (meist gegen 22.00 Uhr). In der folgenden Pause wird ein Imbiß gereicht, denn wer Bier trinkt, braucht natürlich auf etwas habhaftes.

Nach der Pause startet die Kneipe ins Inoffizium. Dort werden ebenso Lieder gesungen und geredet, doch die Stimmung wird etwas ausgelassener und lockerer. Der ein oder andere fühlt sich bemüßigt eine lustige Rede zum besten zu geben.

Das fröhliche Treiben geht weiter bis kurz vor Mitternacht. Dann eröffnet der Senior das Bierdorf, d.h. die Kneipe ist offiziell beendet, das Präsidium setzt sich zur Corona und man unterhält sich noch weiter, bis alle nach Hause gegangen sind.

Eine Kneipe zu beschreiben ist allerdings sehr schwierig. Einen richtigen Eindruck kann man nur erhalten, indem man einfach mal vorbeikommt und sich eine Kneipe anschaut.

Im Übrigen muß NIEMAND auf einer Kneipe Bier trinken!!! Es gibt genauso Apfelsaft oder alkoholfreies Bier für die Autofahrer!

 

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Corps Teutonia Stuttgart
05.08.2013
 
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